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  25.08.2016 - 13:21 Uhr

  

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„Es wird Zeit, Zeichen zu setzen“

Interview: Martin Brandt über die Respektlosigkeiten gegenüber Schiedsrichtern


Entschlossenes Handeln ist für einen Unparteiischen unerlässlich: Martin Brandt wurde 2011 zum Schiedsrichter des Jahres im Bezirk Weser-Ems gewählt. Foto: Mario Rauch
Kreis Leer (mr). Bereits im vergangenen Jahr berichtete der SonntagsReport mehrfach über Beleidigungen gegen Unparteiische und sogar tätliche Angriffe auf Schiedsrichter. Helmuth Venekamp zeigte sich im Gespräch mit dem SR besorgt. Auch die zunehmenden Respektlosigkeit gegen die Spielleiter sorge dafür, dass immer weniger Jugendliche Schiedsrichter werden wollen, betonte der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses der Kreise Emden und Leer. Das neue Jahr begann im ostfriesischen Fußball gleich mit dem nächsten Paukenschlag. Der 18-jährige Referee Julian Efen (Tura Marienhafe) wurde bei den Hallen-Stadmeisterschaften in Norden so massiv von Zuschauern beleidigt, dass er die Halle verließ und am nächsten Tag seinen Rücktritt erklärte. Schiedsrichter Martin Brandt (TuRa 07 Westrhauderfehn) wendete sich anlässlich dieses Vorfalls über Facebook mit einem beherzten Aufruf an Fußballer, Fans und Offi zielle. Er forderte mehr Respekt und Unterstützung für die Referees. Der SR sprach mit dem 27-Jährigen Brandt, der 2014 mit der „Goldenen Pfeife“ für außerordentliche Schiedsrichter- Leistungen geehrt wurde, über die aktuelle Situation. 
Herr Brandt, Was ist bisher für Sie die unangenehmste Erfahrung als Schiedsrichter gewesen?
Martin Brandt: Zum Glück gab es überwiegend schöne Erfahrungen. Ich kann mich in knapp 900 Spielen „nur“ an einen Handschlag nach dem Spiel erinnern, der in einer verstauchten Hand endete. Auf den hätte ich gerne verzichtet. Beleidigungen hatte ich leider natürlich auch öfter - auch persönlich gegen mich gerichtet. Aber nach so vielen Spielen reagiere ich nicht darauf. Da hat man sich ein dickes Fell erarbeitet.
Junge Schiedsrichter haben dieses dicke Fell wahrscheinlich noch nicht. Welche Reaktion empfehlen Sie dem Schiedsrichter-Nachwuchs, falls es zu Beleidigungen kommt?
Es ist eine schwere Frage, denn jeder Mensch reagiert individuell. Aber meiner Meinung nach sollte man sich niemals auf das Niveau des Beleidigenden herab begeben. Im Spiel sollte man souverän in seinen Entscheidungen bleiben und versuchen, Zwischenrufe möglichst auszublenden und weiter motiviert pfeifen.
Können Sie sich erklären, warum nicht öfter andere Zuschauer oder auch Vertreter von Vereinen entschlossen einschreiten, wenn ein Schiedsrichter beleidigt oder beschimpft wird? Ist das Beleidigen des Schiedsrichters gesellschaftsfähig?
Nein, das kann ich mir nicht genau erklären. Es wird wahrscheinlich tatsächlich schon als normal erachtet. Aber das war auch der Anlass für meinen „Weckruf“ auf Facebook. Wir müssen zusammen etwas verändern, damit der Sport wieder im Vordergrund steht. Egal, aus welchen Gründen bisher niemand frühzeitig eingegriffen hat, wenn Schiedsrichter beleidigt wurden. Spätestens nun wird es Zeit, Zeichen zu setzen. Es muss ja keiner alleine eingreifen, denn meistens gibt es ja mehr als einen Offi ziellen am Platz. Die Offi ziellen sollten außerdem insbesondere darauf achten, dass jungen Schiedsrichtern das Leben auf dem Platz einfacher gemacht wird. Es ist wichtig, mehr Nachsicht bei möglichen Fehlern zu haben. Junge Schiedsrichter brauchen Unterstützung und aufbauende Worte.   
Was kann man tun, um trotzdem junge Menschen zu motivieren, Schiedsrichter zu werden?
Ich kenne kein Hobby, welches in der Persönlichkeitsbildung so viel bringt wie das des Schiedsrichters. In erster Linie stärkt man seine Selbstsicherheit. Man lernt zum Beispiel in Stresssituationen richtig zu reagieren. Außerdem entwickelt man Weitblick für folgende mögliche Spielsituationen, die wiederum mit einem guten Urteilsvermögen entschieden werden müssen. Anderseits ist es möglich, falls man Fussball gespielt hat, in Klassen pfeifen zu können, in denen man nicht hätte spielen können. Ich habe es jedenfalls nie bereut, Schiedsrichter geworden zu sein und kann nur dazu raten, es auszuprobieren.
Haben Sie eine Erklärung dafür, warum der Umgang mit Schiedsrichtern im Laufe der vergangenen Jahre immer respektloser geworden ist?
Allgemein sind Respekt und Werte in der Gesellschaft gesunken. Viele Eltern haben zum Beispiel durch Arbeit weniger Zeit für die Erziehung der Kinder, um diesen Respekt mehr zu Vermitteln. Außerdem übernimmt auch fast keiner die Verantwortung mehr für bestimmte Aufgaben. Denn Kritisieren ist einfacher als selbst Verantwortung zu übernehmen.

Artikel vom 23.01.2016




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