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  22.05.2018 - 21:45 Uhr

  

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Beim Boßeln ist die Kurve der natürliche Feind

Remelser boßelt professionell in der Ostfrieslandliga


Mathias Menßen aus Remels boßelt bereits seit seiner Kindheit bei Frisia Uplengen-Hollen. Foto: Jan-Ole Smidt
Remels. Auch, wenn es draußen stürmt und schneit, verhagelt das Wetter Mathias Menßen nicht die Stimmung. Er ist professioneller Boßler bei Frisia Uplengen-Hollen und ist es bereits gewohnt, schlechter Witterung zu trotzen. Sein Sport fi ndet dann statt, wenn draußen oft Minusgrade herrschen. „Nichtsdestotrotz boßel ich im TShirt“, sagt er. Aber das habe einen anderen Hintergrund. Von September bis März ist Menßen jedes Wochenende unterwegs zu Wettkämpfen. An freien Samstagen wird trainiert. Bleibt da noch Zeit fürs Private? „Ja“, sagt der 32-Jährige: „Die Vormittage sind meistens durch das Boßeln blockiert. Aber wenn ich nachmittags nach Hause komme, ist immer noch Zeit für Aktivitäten mit meiner Familie.“ Auf ihn warten seine Frau und sein Sohn, die ihn gerne anfeuern. Ringen der Straßenkönige Statt mit Bollerwagen, Kanne Kaffee, Käsewürfel und Mettwurst zieht Mathias Menßen mit Turnschuhen und Trainingsanzug los. Das Boßeln in seiner traditionellen Form habe mit der beliebten ostfriesischen Freizeitbeschäftigung nur wenig zu tun. Ein Boßler nimmt vor Abwurf der Kugel einen Anlauf von etwa 20 Metern. Die Kugel wird in der Laufbewegung mit einem ausgestreckten Wurfarm geworfen und auf die Reise geschickt. Wer nun eine vorgegebene und vom Landkreis genehmigte Streckte, etwa sechs Kilometer lang, mit den wenigsten Würfen bewältigt, gewinnt den Wettkampf. Zwei Mannschaften mit vier aktiven Boßlern und jeweils zwei Ersatzboßlern treten gegeneinander an – zumindest im Boßelkreisverband 13 Leer (Ostfriesland). Geschleudert werden Gummioder Holzkugeln. Je nachdem, was im Wettkampf verlangt wird. Davon gibt es einige. Menßens Verein boßelt noch nicht allzu lange in der Ostfrieslandliga. Nur die Landesliga ist noch höher. Doch auch Einzelwettkämpfen müssen sich Boßler stellen. Mathias Menßen nahm vor einigen Jahren sogar an der Deutschen Meisterschaft teil. Heiß begehrt sind unter den Sportlern die Plätze in der Campions-Tour. Dort messen sich die besten Sportler auf Landesebene. 30 Männer und 30 Frauen nehmen daran teil. In acht Etappen treffen sie alle paar Wochen aufeinander. Jeweils drei Durchgänge werden Holz und Gummi geworfen, zweimal müssen Eisenkugeln über die Straßen rollen. Landet ein Boßler schließlich unter den ersten fünf, darf er an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Diese fi ndet dieses Jahr in Aurich statt. Das Mekka aller Boßler ist – wer hätte das gedacht – Irland. Dort wird jährlich der König oder die Königin der Straßen ermittelt. Um an Wettbewerben wie diesen teilzunehmen reicht es nicht, die Kugel kräftig zu werfen. Der Erzfeind der Sportler sind Kurven. Auch Mathias Menßen muss sich konzentrieren, soll er der Boßelkugel einen scharfen Drall verpassen. Das macht er, indem er die Kugel beim Werfen über den Daumen dreht. Auch braucht er einiges an Kraft und Kondition, um permanent gute Leistung abzuliefern. Das trainiert er nebenher. „Bei einem Wettkampf oder beim Training habe ich immer die gleichen Rituale. Erst bin ich immer dick eingepackt. Ich trage eine Jacke und vor allem warme Handschuhe. Meine Hände dürfen auf gar keinen Fall kalt werden“, sagt er. Sind die Finger vor Kälte starr, kann Menßen unmöglich die Kugel werfen. Um außerdem beweglich zu sein und beim Laufen Geschwindigkeit aufzubringen, zieht er sich vor dem Wurf bis aufs T-Shirt aus. Durch seine langjährige Erfahrung hat der Remelser mittlerweile eine sehr gute Straßenkenntnis. „Sogar Straßenbauer machen mir nichts mehr vor.“ In der Regel wirft er Kugeln mit einem Bogen von außen nach innen. Da Straßen oftmals nach außen absinken, sollte die Kugel möglichst lange in der Mitte rollen. Hat der Leistungssport auch wenig mit dem Freizeitspaß zu tun, kommen die Boßler um Menßen nach dem Wettkampf zusammen. „Wir sind ein starkes Team mit großem Zusammenhalt.“    

Artikel vom 20.01.2018




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