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  23.04.2019 - 09:07 Uhr

  

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"Schulsport allein reicht nicht aus"

Interview mit Tom Bohmfalk / Diskussionsrunde am 11. Februar in Rhauderfehn


„Wir müssen das Spielen und Bewegen von Kindern fördern“, sagt Sportpädagoge Tom Bohmfalk. Foto: Gisela Robben

Leer/Rhauderfehn. Statt zu toben, hängen schon kleine Kinder am Smartphone herum. Tatsächlich kommt in vielen Familien Bewegung zu kurz. „Wir brauchen wieder ein Bündnis für Bewegung“, fordert Sportpädagoge Tom Bohmfalk. Es soll das Sporttreiben, Spielen und Bewegen von Kindern und Jugendlichen fördern. Sportvereine, Schulen, Eltern und der Landkreis wollen an einem Strang ziehen. Am Montag, 11. Februar, findet die Auftaktveranstaltung in Rhauderfehn statt. Dem SR stand Mitorganisator Tom Bohmfalk im Vorfeld Rede und Antwort.

SonntagsReport: Vor 20 Jahren war das Bündnis für Bewegung in aller Munde. Jetzt soll dieses Aktionsprogramm wieder neu aufl eben. Warum?

Es ist leider immer noch notwendig, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig Bewegung für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft ist. Gerade im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung ist das ein ganz wichtiges Thema.

Warum reicht der Schulsport für Kinder und Jugendliche nicht aus?

Es gibt wissenschaftlichen Untersuchungen, dass Kinder sich in einer Sportstunde maximal zwölf Minuten intensiv bewegen. Das zweimal in der Woche reicht absolut nicht aus, wenn Kinder am Tag im Durchschnitt inzwischen neun Stunden sitzen.

Ab welchem Alter sollten Kinder gezielt zu mehr Bewegung animiert werden?

Kinder sollten von Anfang an Bewegungsimpulse bekommen. Gerade die ersten Jahre sind für die motorische Entwicklung von ganz hoher Bedeutung. Motorische und körperliche Defizite aus der Kindheit sind schwer wieder auszugleichen. Wir haben heute nur noch wenig Bewegungsräume, in denen Kinder angstfrei spielen, klettern, balancieren und toben können.

Wie bewerten Sie den Zustand der Sportstätten im Landkreis Leer?

Da ist glücklicherweise schon einiges passiert. Aber die Sportstätten sind immer noch hauptsächlich für den Wettkampfsport gestaltet. Für die motorische Grundausbildung von Kindern reicht das nicht. Wir haben im Wettkampfsport deutliche Rückgänge, während im Freizeit- und Gesundheitssport große Zuwächse sind. Dies muss bei der Sanierung und Ausstattung von Sportstätten berücksichtigt werden.

Wie ist die Bereitschaft von Sportvereinen, Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen? 

Die Bereitschaft ist da, aber es fehlt an Übungsleitern für diese Angebote. Wir unterstützen finanziell diese Ausbildungen für das Kinderturnen. Kinderturnen ist die Grundlage für alles – es ist nicht Gerätturnen, sondern das Ausprobieren und Erlernen von vielen Bewegungsformen wie Laufen, Springen, Klettern, Fangen, Werfen, Seilspringen und Balancieren.

Sollte das Projekt Sportpicknick ausgeweitet werden?

Ja, unbedingt. Es ist das Sonntagsnachmittags-Angebot in der Sporthalle. Es ist offen für Kinder, Jugendliche und Familien. Oft kommen auch die Großeltern mit. Teilweise wird es schon von den Kommunen unterstützt und das ist eine sinnvolle Investition. Dadurch, dass der Wettkampfsport weniger wird, werden Hallenzeiten frei und können sinnvoll genutzt werden.

Immer häufiger mangelt es an Übungsleitern. Sollte man bei diesem Thema komplett auf Ehrenamtliche setzen?

Nein, die Bewegungsförderung wird in Zukunft nicht nur ehrenamtlich abgedeckt werden können. Natürlich hat das Ehrenamt mit gut qualifizierten Übungsleitern Vorrang. Aber es muss über die Verteilung von Geldern in den Vereinen und Kommunen nachgedacht werden und es wird in Zukunft Zusammenschlüsse von Vereinen geben, die für bestimmte Angebote des Freizeit- und Gesundheitssport auch gemeinsam hauptamtliche Sportlehrkräfte einstellen werden.

Sehen Sie beim Thema Sportförderung auch den Landkreis und die Städte und Gemeinden mehr in der Pfl icht?

Ja, Bewegungsförderung ist eine kommunale Aufgabe der Daseinsvorsorge. Gesundheit und die gesunde Entwicklung von Menschen ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Dafür gibt es in vielen Kommunen Entwicklungspläne, die nicht nur den Sport im Verein, sondern auch die Bewegung im Alltag in der Planung berücksichtigen. Da haben wir hier einen sehr großen Handlungsbedarf.

Termin

Am Montag, 11. Februar, findet ein Forum zum Aktionsprogramm „Bündnis für Bewegung statt“. Los geht es um 19.30 Uhr in der Aula der Realschule Overledingerland, Werftstraße 2. Interessierte sind herzlich eingeladen. An der Podiumsdiskussion nehmen teil: Helmut Collmann (Ehrenpräsident Ostfr. Landschaft), Dr. Thilo Grape (Sportmediziner), Melissa Bloem (Turnerjugend), Gerd Ihben-Djürken (Sozialpädagoge), Thomas Ernhardt (Landesschulbehörde) und Landrat Matthias Groote.


Artikel vom 09.02.2019

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