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  24.11.2017 - 00:59 Uhr

  

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Von müllsuchenden Kindern bis bestechlicher Polizei

Serie: Thilko Gläßgen erlebt krasse Gegensätze in Kamerun


Einige meiner Kommilitonen und zukünftige Journalisten Kameruns Fotos: Gläßgen
Leer. Der Journalismus- Student Thilko Gläßgen hat sich wieder gemeldet. Hier seine neuesten Abenteuer aus Afrika: „Kurz vor Ende des Semesters und damit kurz bevor meine Zeit an der Universität in Yaoundé vorüber ist, werden endlich die Studentenausweise verteilt. Die längste Zeit ihrer Gültigkeit haben sie zwar schon überschritten, aber ein nettes Andenken ist der Ausweis für mich allemal. Sogar mein Nachname ist trotz ä und ß richtig geschrieben. Erst als ich abends mit meiner Gastfamilie am Esstisch sitze, fällt mir der kleine, aber feine Fehler auf. Bei Nationalität heißt es doch tatsächlich kamerunisch – natürlich entspricht das nicht ganz der Wahrheit. Doch stimmt es, dass ich in den vergangenen sechs Monaten in die Kultur und Lebensrealität Kameruns eingetaucht bin, wie ich es mir vorher nicht erträumt hätte. Insbesondere die Lebensrealität war schon nicht immer ganz einfach – Kinder, die im Müllcontainer nach Essbarem suchen, während an ihnen ein Porsche vorbeifährt. Polizei, die Autos anhält und den Fahrern fi ktive Verstöße vorwirft, um sich mit dem Bestechungsgeld etwas dazuzuverdienen. Ein Präsident, der am liebsten mit seiner Frau im schweizerischen Genf shoppen geht, während in Krankenhäusern Menschen nicht behandelt werden, weil sie kein Geld haben. Als ich einmal ein staatliches Gebäude in Yaoundé fotografi ert habe, sollte ich nicht nur umgerechnet 150 Euro Strafe zahlen, sondern auch ins Gefängnis. Nach einer halben Stunde war ich mit umgerechnet 13 Euro aus dem Schneider. Dass ich die Sicherheit des Staates gefährdet hätte, war wohl doch kein so großes Verbrechen. So ist es oft hier. Einige reiche Eliten, die sich an den Normalbürgern und den Ärmsten bereichern. Ein großer Mangel an Gerechtigkeit und dafür umso mehr Perspektivlosigkeit. 33 Jahre regiert Paul Biya sein Land. Wer sich gegen ihn aufl ehnt, bekommt radikale Maßnahmen zu spüren. In zwei aufmüpfi gen Regionen gibt es seit Januar kein Internet mehr und Polizei und Militär patrouillieren gewalttätig in den Straßen. Das Telekommunikationsministerium verschickt Droh- SMS an jeden Handynutzer. 20 Jahre Haft blühen denen, die Fake-News in den sozialen Netzwerken posten. Fake- News heißt in diesem Fall natürlich regierungskritisch. Freie Meinungsäußerung und Medien sind ein kühner Wunsch vieler Kameruner. Denn wirklich laut sagen, was man selbst denkt, traut sich nicht jeder – wer weiß schon, wer einem noch zuhört. Und so bleibt trotz vieler fantastischer Erfahrungen auch hängen, dass ich sechs Monate in einer Diktatur gelebt habe. Gerade aber meine Kommilitonen, die kamerunischen Journalisten von morgen, strahlen den Optimismus einer jungen Generation aus. Einer Generation der Gerechtigkeit und der Perspektiven. Denn an die Hoffnung auf Besserung hangeln sich hier alle. Eines Tages, wenn der da oben nicht mehr da ist. Der da, der inzwischen 84 Jahre alt ist. Vielleicht ja schon morgen, denn wer weiß schon was morgen bringen wird. Schließlich ist die Zukunft unvorhersehbar. Doch getrost dem kamerunischen Lebensmotto – ça va aller – wird alles schon gehen. Irgendwie. Irgendwann. Aber es wird gehen.“    

Artikel vom 01.04.2017




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