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  22.09.2018 - 12:19 Uhr

  

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Prügelei am Straßenrand

Amtsgericht Leer: Gefährliche Körperverletzung vor Kaserne


Zwei Essener mussten sich in dieser Woche im Amtsgericht Leer verantworten. Foto: Smidt
Leer (jos) Fährt jemand dicht auf, drängelt und benutzt die Lichthupe, ist die gute Laune schnell mal vom Tisch. Ein Moormerländer, der im vergangenen November direkt hinter einem drängelnden Fahrzeug fuhr, war entsetzt von der Fahrweise und wollte den Fahrer des Wagens konfrontieren. Als beide etwas später zusammen in einer Parkbucht vor der Kaserne in Leer standen fl ogen die Fäuste. Vor dem Amtsgericht in Leer verantworteten sich in dieser Woche zwei Essener, die am 24. November mit dem Auto in Leer unterwegs waren. Sie bedrängten eine Autofahrerin, woraufhin der Fahrer hinter ihnen aktiv wurde. Er benutzte kurz vor der Kaserne in Leer seine Lichthupe. Die Drängler fuhren daraufhin rechts ran. „Ohne ein Wort kam er dann aus seinem Auto, riss die Fahrertür auf und schlug meinen Kopf aufs Lenkrad“, schildert einer der Angeklagten. Der Moormerländer bestand allerdings darauf, nur gefragt zu haben, warum man so aggressiv fahren müsse. Scheinbar fühlten sich die Drängler bedroht, weswegen der Beifahrer ausstieg, ums Auto lief und sich den Moormerländer vorknöpfte. Eine Schlägerei war die Konsequenz. Zunächst konnte der Moormerländer den Beifahrer handlungsunfähig machen, indem er auf ihm kniete. Dann trafen bereits die ersten Zeugen ein, die versuchten, den Streit zu schlichten. Einer von ihnen rief die Polizei. Als die Auseinandersetzung eigentlich schon vorbei war, ließen sich die Essener nicht davon abhalten, den Moormerländer mit geballten Kräften weiter krankenhausreif zu schlagen – ein klarer Fall von gefährlicher Körperverletzung, fi ndet die Staatsanwaltschaft. Erst die Streifenbeamten, die zuerst vor Ort waren, konnten die Schläger beruhigen. „Ich glaube, ich kann für uns alle sprechen, dass keiner gewollt hat, dass die Situation so ausartet“, sagt ein Angeklagter gegen Ende der Verhandlung. Ihr Verteidiger bat den Richter um ein mildes Urteil, da er darauf beharrte, dass seine Klienten aus Notwehr handelten und einer der Angeklagten nach dem Jugendstrafmaß bestraft werden müsse. Der Richter verurteilte die Essener schließlich zu einer Freiheitsstrafe von sechs und sieben Monaten auf Bewährung. Zudem müssen beide ein Bußgeld zahlen. 2.000 und 1.800 Euro gehen an gemeinnützige Organisationen. 

Artikel vom 03.09.2018

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