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  28.06.2017 - 14:10 Uhr

  

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Bin dann mal weg...

Burkhard Westphal: Collinghorster Ikone geht


Burkhard Westphal sitzt auf gepackten Koffern. Foto: Smidt

Collinghorst Heute ist nicht alle Tage – ich komm‘ wieder, keine Frage: Dieser Satz liegt Burkhard Westphal wahrscheinlich auf den Lippen, wenn er sich ein letztes Mal umschaut und dann gen Horizont fährt. Der Augenblick kommt immer näher. Ende Juni verlässt der Pastor die Dreifaltigkeits-Kirchengemeinde Collinghorst nach mehr als 20 Jahren. Vor Monaten gab er bekannt, den Kirchenkreis Rhauderfehn zu verlassen. „Die schlechten Wohnverhältnisse haben zur Entscheidung beigetragen“, sagt er. Im ganzen Haus krieche der Schimmel die Wände hoch. Nun wird er neuer Pastor der Kirchengemeinden Mellinghausen und Siedenburg im Landkreis Diepholz. Aber vor dem Umzug predigt er noch zweimal von der Kanzel der Dreifaltigkeitskirche. Sein letzter Gottesdienst in Collinghorst ist am Sonntag, 18. Juni. Danach bleibt seine Stelle vorerst vakant.

Der Pastor mit den tausend Ideen

Jeder Collinghorster kennt Burkhard Westphal. Viele sind ihm ans Herz gewachsen. Mit einigen streitet er sich auch gerne mal. Auch über die Grenzen des Dorfes hinaus ist er bekannt, wie ein bunter Hund. Zehn Jahre bei Radio Ostfriesland trugen dazu bei. Auch zahlreiche Aktionen, die er zusammen mit seinem Kirchenvorstand organisiert hat, machen ihn zu einer Ikone des Dorfes. Die wohl berühmteste Idee nennt sich Fünf-Euro-Aktion. Vor sieben Jahren gab er jedem Kirchenbesucher vor dem Sonntagsgottesdienst einen Fünf-Euro-Schein. Damals investierte die Kirchengemeinde 1.000 Euro. Dem Pastor ging es nicht darum, mehr Leute in die Kirche zu bekommen – „es ist wie beim Schlachter. Es könnte immer etwas mehr sein. Aber eigentlich kommen sonntags immer viele Leute in die Kirche.“ Im Gegenteil: Aus fünf Euro sollte man mehr machen, angelehnt an eine Passage aus dem Lukasevangelium. So investierte die eine das Geld in Würstchen, grillte diese und verkaufte sie. Der andere musizierte und nahm Eintritt. Insgesamt gewann die Kirchengemeinde weitere 2.000 Euro, die Westphal für einen guten Zweck spendete. Eine Puzzle-Aktion machte vor einem Jahr die Runde. Per Post verschickte er zusammen mit dem Kirchenvorstand einzelne Puzzleteile, die im Gottesdienst zu einer großen Leinwand zusammengesetzt werden sollten. Zudem machte Westphal 2011 Schlagzeilen, als er – um den bundesweiten Missionspreis zu gewinnen – Kirchengänger an den Abendmahltisch setzte. „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci sollte nachgestellt werden. Collinghorst belegte den zweiten Platz und gewann eine beträchtliche Geldsumme. „Ich war sehr stolz. Das war eines der schönsten Highlights in meiner Zeit hier“, erinnert sich Burkhard Westphal lächelnd.

Die richtige Musik macht den Gottesdienst

In guten und in schlechten Zeiten: Der Pastor steckt Herzblut in sein Amt – als führten beide eine Ehe. „Ich habe die besten Jahre eines Mannes in Collinghorst verbracht“, sagt Westphal. Mit 37 Jahren hat er angefangen. Heute ist er 58. „Ich bereue nichts. Die Zeit, die ich hier hatte, habe ich genossen.“ In seiner Amtszeit durchlebte der Geistliche drei große Krisen, wie er sagt. Näher darauf eingehen will er nicht. Von einer blieb allerdings ein körperlicher Schaden zurück. Sein Steckenpferd war und ist immer noch der Gottesdienst. Wer schon einmal bei seiner Andacht dabei war, dem muss aufgefallen sein, dass es in Collinghorst deutlich lebendiger zugeht, als in anderen Gemeinden. Der Pastor ist bekannt dafür, Kirchengänger aktiv in Zeremonien einzubinden. Sei es bei der Lesung oder während des Gesangs. „Ein Kanon ist Pfl icht.“ Lieder, die monoton von der Gemeinde wiedergegeben werden, wolle er vermeiden. „Und nun alle im Dreivierteltakt! Die eine Seite beginnt, die andere steigt gleich ein“, ermuntert Westphal seine Schäfchen. In jedem Lied stecke etwas Besonderes, das sich lohne, gesungen zu werden. „Natürlich kann man O du fröhliche auch so singen, dass es klingt wie O du traurige“, sagt er. Vermissen wird Westphal eine Person: Gesa Goudschaal aus Backemoor. Sie ist Organistin in Collinghorst und sei eine „klasse Musikerin“, mit der er sich blind verstehe. „Wir haben unheimlich gerne miteinander musiziert.“


Artikel vom 04.06.2017




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